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Language-Journal – Wörter ohne Übersetzung

Wörter ohne Übersetzung

In jeder Sprache gibt es Wörter, die man nicht oder nur sehr mühsam und ungenau übersetzen kann. Berühmte Beispiele sind „understatement“ im Englischen, „savoir vivre“ im Französischen oder „saudade“ im Portugiesischen. Natürlich hat die deutsche Sprache auch so einiges in dieser Hinsicht zu bieten.

Dieser Beitrag ist aus dem Language-Journal. Weitere Interessante Beiträge findet Ihr im homestudies language-journal

Heimat und Gemütlichkeit

„Heimat“ ist nicht automatisch der Geburtsort oder der aktuelle Wohnsitz. Das Wort beschreibt unter Umständen mehr ein Gefühl von Zugehörigkeit und Verbundenheit als die tatsächliche Situation.
So gibt es Leute, die als die Kinder von Heimatvertriebenen aus Schlesien in der Bundesrepublik geboren wurden und trotzdem Schlesien, wo sie nie gelebt haben und das heute zu Polen gehört, als ihre Heimat bezeichnen.

„Gemütlichkeit“ ist auch etwas sehr diffuses und gefühlsmässiges. Das Wort beschreibt eine Atmosphäre, in der man sich wohl und geborgen fühlt, also bevorzugt ein anheimelndes Ambiente, etwa ein rustikal eingerichtetes, gut geheiztes Wohnzimmer mit bequemen Polstermöbeln. Dazu gehört auch eine eher entspannte und gemächliche Lebensführung. Deshalb kann man das Wort „gemütlich“ nicht nur für ein Ambiente, sondern auch für seine Bewohner benutzen! Ein „gemütlicher Mensch“ ist ein gelassener, etwas behäbiger und gutmütiger Typ ohne Neigung zu Hektik und Radikalität.

Schweizer Pünktlichkeit

Ein anderes erstaunliches Wort, das vielleicht von der angeblichen Schweizer Pünktlichkeit herrührt, ist die „Verfrühung“, also das Gegenteil von Verspätung. Das Wort beschreibt die seltene, aber meist erfreuliche Tatsache, dass etwas früher geschieht als erwartet. Es soll schon vorgekommen sein, dass ein Zug mit Verfrühung statt mit Verspätung den Bahnhof erreicht!

Vorfreude und Adjektive

Ebenfalls mit der Zeitwahrnehmung zu tun hat das Wort „Vorfreude“. Normale Freude empfindet man ja in dem Moment, wenn etwas schönes passiert. Beispielsweise empfinde ich zu Weihnachten Freude über meine schönen Geschenke.

Wenn ich es aber kaum noch erwarten kann und schon am 23.12. an all die schönen Sachen denke, die ich hoffentlich bekommen werde, wenn ich mich also sozusagen schon prophylaktisch freue, dann empfinde ich grosse Vorfreude auf Weihnachten.

Abschliessend noch zwei schöne, meist unterschätzte Adjektive: Sehr vielseitig ist das Wort „unterwegs“, denn es kann alles bedeuten von verreist, in Entstehung begriffen, geplant, verschwunden bis zu in Veränderung begriffen oder mit der Post abgeschickt.

Und schliesslich noch das häufige und scheinbar banale kleine Wort „gern“, dass man für jede Art von Wunsch-, Sympathie- oder Wohlwollensbekundung verwenden kann:
„Ich trinke gern Bier“,  „Sie können mich gern anrufen“, „Er hat mich gern“, „Er ist ein Gernegross“, „Gern geschehen!“
Gern gebe ich zu, dass es noch mehr unübersetzbare Wörter gibt, aber ich glaube Euch gern, dass die wenigen hier genannten schon schwierig genug sind!

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